Wartung und Saisonstart

Seeventile und Borddurchführungen kontrollieren

Die Bauteile, bei denen Vernachlässigung das Boot versenkt

Saison · Wartung und Saisonstart

RumpfSicherheitLesezeit 6 Min

Borddurchführungen sind die einzigen Stellen, an denen bewusst ein Loch unter der Wasserlinie in den Rumpf gesetzt wurde. Fällt eines aus, läuft das Boot voll – und zwar schneller, als die meisten erwarten.

Wie viel Wasser tatsächlich einläuft

Die Einlaufmenge steigt mit dem Quadrat des Durchmessers und mit der Tiefe unter der Wasserlinie. Eine Öffnung von wenigen Zentimetern liefert bereits mehr, als die übliche elektrische Lenzpumpe bewältigt. Die praktische Folge: Lenzpumpen sind zum Trockenhalten da, nicht zum Retten. Wer auf sie als Sicherheitsreserve setzt, hat sich verrechnet.

Was geprüft wird

Das Ventil

Jedes Seeventil muss sich vollständig öffnen und schließen lassen – ohne Werkzeug, ohne Gewalt, im eingebauten Zustand. Ein Ventil, das klemmt, ist im Notfall wertlos. Gängigkeit gehört deshalb nicht einmal jährlich geprüft, sondern regelmäßig betätigt.

Das Material

Bei Buntmetallventilen entsteht durch Entzinkung ein schleichender Materialverlust. Auffällig wird das durch rosafarbene oder stumpfe Verfärbung und durch Material, das sich stumpf statt metallisch anhört und anfühlt. Ein solches Ventil gehört ersetzt, nicht überholt.

Der Anschluss

Die Schlauchverbindung ist genauso kritisch wie das Ventil. Unter der Wasserlinie gehören zwei Schellen an jede Verbindung, aus Material, das nicht nur außen aus Edelstahl besteht. Schläuche werden mit den Jahren hart und rissig – ein Schlauch, der beim Biegen knirscht, ist fällig.

Die Verstärkung

Der Rumpf rund um die Durchführung sollte fest und trocken sein. Weiche Stellen oder Feuchtigkeit im Laminat sind ein eigenständiger Befund und kein Nebenaspekt.

Holzpfropfen an jeder Durchführung

Ein passender konischer Pfropfen, mit einer Schnur direkt am Ventil angebunden, ist die einfachste und wirksamste Vorsorge. Er nützt nur dann etwas, wenn er dort hängt, wo er gebraucht wird – nicht in einer Kiste in der Achterkabine.

Vor jedem Ablegen

Es lohnt sich, die Stellung aller Ventile zur Routine zu machen: Welche sind offen, welche geschlossen, und warum. Die Crew sollte wissen, wo sie sitzen. Ein Ventil, das nur der Eigner findet, hilft nicht, wenn der Eigner gerade nicht an Bord ist.

Bauteile einzeln erfassen

In PELARON lässt sich jede Durchführung als eigenes Bauteil anlegen – mit Lage an Bord, Material, letzter Prüfung und dem nächsten fälligen Termin. So bleibt nachvollziehbar, welches Ventil wann zuletzt betätigt wurde.

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