Wartung und Saisonstart

Batterien und Ladesystem prüfen

Warum die Spannung allein wenig aussagt

Saison · Wartung und Saisonstart

ElektrikGrundlagenLesezeit 7 Min

Leere Bordbatterien sind eine der häufigsten Ursachen für abgebrochene Törns. Die Ursache liegt selten in einem plötzlichen Defekt, sondern fast immer in einem Ladesystem, das über Monate nicht das getan hat, was angenommen wurde.

Ruhespannung – die einzige aussagekräftige Messung

Eine Spannungsmessung während des Ladens oder unter Last sagt fast nichts über den Zustand. Aussagekräftig ist die Ruhespannung: gemessen mindestens einige Stunden nach dem letzten Laden und ohne angeschlossene Verbraucher. Erst dann lässt sich der Ladezustand einschätzen.

Wichtiger als der absolute Wert ist die Entwicklung über die Jahre. Wer jedes Frühjahr denselben Wert notiert, erkennt eine nachlassende Batterie, bevor sie ausfällt.

Die drei Fehlerquellen in dieser Reihenfolge

1. Übergänge

Korrodierte Pole, lose Klemmen und oxidierte Verbindungen erzeugen Widerstände, die Ladung verbrauchen und Wärme entwickeln. Das ist die häufigste und zugleich am schnellsten behobene Ursache. Warme Verbindungen unter Last sind ein Alarmzeichen.

2. Ladequellen

Lichtmaschine, Ladegerät und Solarregler laden nach unterschiedlichen Kennlinien. Passt die Kennlinie nicht zum Batterietyp, wird über Jahre entweder zu wenig oder zu viel geladen. Beides verkürzt die Lebensdauer erheblich – ohne dass unterwegs etwas auffällt.

3. Verbrauch

Die stille Grundlast wird regelmäßig unterschätzt. Alarmanlage, Gasmelder, Bereitschaftsanzeigen und Funkgeräte ziehen rund um die Uhr. Über eine Woche vor Anker summiert sich das zu einem erheblichen Anteil der Kapazität.

Was Kapazität praktisch bedeutet

Die aufgedruckte Kapazität ist nicht die nutzbare. Wie tief entladen werden darf, hängt vom Batterietyp ab und ist bei Blei deutlich begrenzter als bei Lithium. Wer mit der vollen Nennkapazität rechnet, plant an der Realität vorbei.

Ein Amperestundenzähler ersetzt das Raten

Ein Batteriemonitor, der geladene und entnommene Amperestunden bilanziert, liefert deutlich verlässlichere Angaben als jede Spannungsanzeige. Er ist die sinnvollste einzelne Nachrüstung an einer Bordelektrik, die man verstehen will.

Die Prüfung im Frühjahr

Ruhespannung notieren, Pole reinigen und fetten, alle Verbindungen nachziehen, Ladegerät und Solarregler auf Funktion prüfen, Ladespannung unter laufendem Motor messen, Verbraucher einzeln schalten und den Stromfluss beobachten. Alles Auffällige mit Datum festhalten – der Vergleich mit dem Vorjahr ist die eigentliche Information.

Werte über die Jahre vergleichen

Ruhespannung und Ladespannung lassen sich in PELARON bei jeder Prüfung mit Datum festhalten. Aus einzelnen Messungen wird so eine Reihe – und aus der Reihe erkennt man eine schwächelnde Batterie rechtzeitig.

Boot & Systeme öffnen

Öffnet die App direkt im passenden Bereich. Ohne Konto nutzbar.