Wartung und Saisonstart

Rigg und Splinte kontrollieren

Wo Rigg versagt – und woran man es vorher erkennt

Saison · Wartung und Saisonstart

RiggSicherheitLesezeit 6 Min

Rigg versagt fast nie in der Mitte eines Drahtes. Es versagt an den Enden, an den Verbindungen und an den Bauteilen, die man von Deck aus nicht sieht.

Die kritischen Stellen

Terminals und Übergänge

Dort, wo der Draht in ein Bauteil übergeht, konzentrieren sich Biegewechsel und Feuchtigkeit. Haarrisse beginnen hier. Ein einzelner gebrochener Draht in einem Wantenspanner ist kein Schönheitsfehler, sondern ein Befund – die Belastung verteilt sich dann auf die verbleibenden.

Splinte und Sicherungen

Jeder Bolzen braucht eine Sicherung, die tatsächlich sichert. Splinte gehören aufgebogen und abgeklebt, nicht rundgebogen. Ringsplinte verlieren mit den Jahren an Spannung und rutschen heraus. Ein fehlender Splint ist die häufigste Einzelursache für Riggverlust.

Der Masttopp

Was oben passiert, sieht man unten nicht. Ohne Aufentern oder Fernglas bleibt der obere Bereich ungeprüft – dabei sitzen dort Fallenumlenkungen, Windgeber und die oberen Terminals.

Mastfuß und Durchführung

Am Mastfuß sammelt sich Wasser. Korrosion und Materialabtrag entstehen genau dort, wo die gesamte Last eingeleitet wird. Bei durchgestecktem Mast gehört die Deckdurchführung ebenfalls kontrolliert.

Korrosion zwischen unterschiedlichen Metallen

Wo verschiedene Metalle in feuchter, salzhaltiger Umgebung aufeinandertreffen, entsteht Kontaktkorrosion. Besonders betroffen sind Edelstahlbeschläge auf Aluminiumbauteilen. Sichtbar wird es als weißes, pulvriges Ausblühen. Ein festgefressener Beschlag lässt sich später nur zerstörend lösen – regelmäßiges Lösen und Isolieren verhindert das.

Alter ist ein eigenständiges Kriterium

Stehendes Gut hat eine begrenzte Lebensdauer, auch ohne sichtbaren Schaden. Übliche Größenordnungen liegen bei zehn bis fünfzehn Jahren, abhängig von Revier, Nutzung und Versicherungsbedingungen. Ein Draht ohne erkennbaren Mangel kann seine Ermüdungsgrenze erreicht haben – deshalb sollte das Einbaudatum bekannt und dokumentiert sein.

Laufendes Gut

Fallen und Schoten scheuern an immer denselben Stellen. Wer sie einmal umsetzt, bevor der Mantel durch ist, verlängert die Nutzungsdauer erheblich. Ein Fall, dessen Kern sichtbar wird, ist auszutauschen und nicht zu reparieren.

Was dokumentiert gehört

Einbaujahr des stehenden Guts, Datum der letzten vollständigen Sichtung, ausgetauschte Bauteile mit Größe und Typ, und alle Auffälligkeiten, die beobachtet statt sofort behoben wurden. Der letzte Punkt ist der wichtigste: Beobachtungen ohne Notiz gehen verloren.

Fristen statt Erinnerung

Das Einbaujahr des stehenden Guts und die Sichtungsintervalle lassen sich in PELARON einmal hinterlegen. Die App meldet sich, bevor die Frist erreicht ist – und führt mit, was bei welcher Kontrolle aufgefallen ist.

Anlagen & Fristen öffnen

Öffnet die App direkt im passenden Bereich. Ohne Konto nutzbar.