Saison · Wartung und Saisonstart
Auswintern ist keine Liste gleichwertiger Aufgaben, sondern eine Reihenfolge. Wer sie einhält, spart sich doppelte Arbeit – wer am Rumpf poliert, bevor der Motor läuft, poliert womöglich zweimal.
Warum die Reihenfolge zählt
Drei Regeln bestimmen den Ablauf. Erstens: Alles, was Schmutz erzeugt, kommt vor allem, was sauber sein soll. Schleifen und Antifouling also vor der Politur. Zweitens: Alles, was zu einer Bestellung führen kann, kommt so früh wie möglich – ein fehlender Impeller im April ist ärgerlich, im Mai ist er ein verlorenes Wochenende. Drittens: Alles Sicherheitsrelevante kommt vor der Probefahrt, nicht danach.
Die fünf Blöcke
1. Bestandsaufnahme vor dem ersten Handgriff
Ein Rundgang mit Notizblock, bevor irgendetwas angefasst wird. Feuchtigkeitsspuren im Innenraum, Salzränder, Korrosion an Beschlägen, Zustand der Abdeckung. Was jetzt auffällt, lässt sich noch in die Planung einbauen. Was erst beim Aufräumen auffällt, wird übersehen.
2. Bestellungen auslösen
Verschleißteile, die ohnehin fällig sind, gehören in den ersten Tagen bestellt: Impeller, Filter, Anoden, Öl, gegebenenfalls Antifouling. Alles, was Lieferzeit hat, blockiert sonst später den ganzen Zeitplan.
3. Schmutzige Arbeiten am Unterwasserschiff
Rumpf absuchen, Antifouling vorbereiten und auftragen, Anoden tauschen, Propeller und Welle prüfen, Seeventile gangbar machen. Dieser Block erzeugt Staub und Späne – alles Weitere kommt danach.
4. Technik in Betrieb nehmen
Motor, Elektrik, Wasser und Gas. Erst wenn die Systeme laufen, zeigen sich Undichtigkeiten und Ausfälle. Deshalb sollte hier noch Zeit für Nacharbeiten sein.
5. Sicherheit und Papiere
Rettungsmittel, Feuerlöscher, Signalmittel, Funk – zusammen mit den Fristen für Versicherung, Zulassung und Zeugnisse. Erst danach die Probefahrt.
Das Kranen wird als Ziel gesetzt und alles Übrige darauf zugeschnitten. Sinnvoller ist es, den Termin für die Probefahrt zu setzen und rückwärts zu planen. Zwischen Wasserung und erster Fahrt sollten mindestens ein paar Tage liegen, in denen das Boot beobachtet werden kann – die meisten Undichtigkeiten zeigen sich in den ersten Stunden im Wasser.
Was sich lohnt zu notieren
Drei Dinge zahlen sich im Folgejahr aus: das Datum jeder ausgeführten Arbeit, die verwendeten Teile mit Nummer, und die Zeit, die tatsächlich gebraucht wurde. Ohne diese Angaben beginnt jede Saison mit derselben Unsicherheit, was wann zuletzt gemacht wurde.
Die vollständige Liste mit allen Prüfpunkten aus diesem Artikel gibt es kostenlos zum Ausdrucken und Abhaken – Rumpf, Motor, Elektrik, Rigg, Wasser, Sicherheit und Probefahrt.
Zu den DownloadsDie Prüfpunkte aus diesem Artikel lassen sich als offene Wartungsaufgaben in PELARON anlegen. Die App zeigt vorher, was entstehen würde, und überspringt Punkte, die schon vorhanden sind.
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