Technik · Bordelektrik
Wer vier Begriffe sicher auseinanderhält, versteht neunzig Prozent der Bordelektrik: Spannung, Strom, Leistung und Kapazität. Der Rest ist Anwendung.
Die vier Größen
| Größe | Einheit | Anschaulich |
|---|---|---|
| Spannung | Volt | Der Druck im System |
| Strom | Ampere | Die Menge, die gerade fließt |
| Leistung | Watt | Was tatsächlich verbraucht wird |
| Kapazität | Amperestunden | Der Vorrat in der Batterie |
Leistung ergibt sich aus Spannung mal Strom. Ein Gerät mit 24 Watt zieht bei 12 Volt also 2 Ampere. Umgekehrt: Wer die Wattzahl kennt, kann durch die Spannung teilen und weiß, wie viel Strom fließt – die Grundlage für Sicherung und Kabelwahl.
Warum 12 Volt anders sind als 230 Volt
Bei gleicher Leistung fließt bei 12 Volt rund zwanzigmal so viel Strom wie bei 230 Volt. Ein Verbraucher mit 600 Watt zieht am Landstrom knapp 3 Ampere, an Bord über 50. Daraus folgt praktisch alles, was an einer Bordelektrik ungewohnt wirkt: dicke Kabel, kräftige Klemmen und eine große Empfindlichkeit gegenüber schlechten Übergängen.
An Bord ist nicht die Spannung gefährlich, sondern der Strom. Ein schlechter Kontakt in einem 230-Volt-Kreis flackert. Derselbe schlechte Kontakt in einem 12-Volt-Kreis mit 50 Ampere wird heiß – und Wärme in einem geschlossenen Bootsrumpf ist die eigentliche Gefahr.
Deshalb gilt: Warme Klemmen, verfärbte Isolierungen und Steckverbinder, die man nach dem Betrieb nicht anfassen mag, sind kein Schönheitsfehler.
Der Rückweg wird ständig vergessen
Strom fließt im Kreis. Zu jedem Pluskabel gehört ein gleich dickes Minuskabel zurück zur Batterie. Bei der Berechnung von Kabellängen zählt deshalb immer die einfache Strecke mal zwei.
Auf Stahl- und Aluminiumbooten wird der Rumpf nicht als Rückleiter verwendet – anders als beim Auto. Der Grund ist Korrosion: Streuströme über den Rumpf zerstören Material.
Spannungsfall – der stille Leistungsfresser
Jedes Kabel hat Widerstand. Über die Länge fällt Spannung ab, die am Verbraucher fehlt. Bei 12 Volt macht sich das früh bemerkbar: Eine Ankerwinde am Bug, die über zu dünne Kabel versorgt wird, bekommt unter Last vielleicht nur noch 10 Volt und arbeitet spürbar schwächer.
Als Orientierung gilt: Bei sicherheitsrelevanten Verbrauchern sollte der Spannungsfall drei Prozent nicht überschreiten, bei unkritischen bis zu zehn Prozent sind vertretbar. Wie man das rechnet, steht im Artikel zu Kabelquerschnitten.
Getrennte Kreise
Üblich ist die Trennung in Starterbatterie und Verbraucherbatterie. Der Grund ist einfach: Wer über Nacht vor Anker den Kühlschrank laufen lässt, soll am Morgen trotzdem den Motor starten können. Die Verbindung zwischen beiden Kreisen übernimmt ein Trennrelais, eine Diode oder ein Ladebooster – gemeinsam ist ihnen, dass geladen werden kann, ohne dass entladen wird.
In PELARON lassen sich Batterien, Ladequellen und Verbraucher als Bauteile anlegen – mit Kapazität, Einbaujahr und den Werten aus der letzten Prüfung.
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