Wissen · Digitales Bootsmanagement
Die meisten Logbücher scheitern nicht an fehlender Disziplin, sondern an einem zu hohen Anspruch. Wer jeden Eintrag als kleinen Reisebericht anlegt, hört nach dem dritten Tag auf.
Die Pflichtangaben
Ein Eintrag, der später brauchbar sein soll, enthält vier Dinge: Zeitpunkt, Ort, Zustand und Ereignis. Alles andere ist Zugabe.
| Angabe | Warum |
|---|---|
| Datum und Uhrzeit | Ohne Zeitstempel ist ein Eintrag im Nachhinein nicht einzuordnen |
| Position | Grundlage für Meilennachweis und für die Rekonstruktion nach einem Vorfall |
| Wind und See | Erklärt später, warum eine Entscheidung getroffen wurde |
| Kurs und Geschwindigkeit | Macht die Fahrt zwischen zwei Punkten nachvollziehbar |
| Motorstunden | Die Bezugsgröße für alle motorseitigen Wartungsintervalle |
| Ereignis | Der eigentliche Inhalt – was ist passiert, was wurde entschieden |
Wann ein Eintrag entsteht
Sinnvoll sind feste Anlässe statt fester Uhrzeiten. Ablegen und Anlegen, Wachwechsel, Kurswechsel, jede Änderung an der Besegelung, Motor an und aus, jeder Wetterbericht, jede Auffälligkeit an Bord. Auf längeren Schlägen zusätzlich ein Eintrag pro Wache.
Nicht die Position, sondern die Beobachtung: „Kühlwassertemperatur zehn Grad höher als sonst bei gleicher Drehzahl.“ Solche Sätze sind der Grund, warum sich ein Logbuch nach zwei Jahren auszahlt. Sie kosten fünfzehn Sekunden und ersparen später eine Suche im Dunkeln.
Faustregel: Alles, was dich stutzen lässt, gehört hinein – auch und gerade dann, wenn du es nicht erklären kannst.
Was nicht hineingehört
Zwei Dinge sollte man bewusst trennen. Erstens Stimmungsbilder und Reiseerzählung – dafür ist ein Törnbericht der bessere Ort, sonst wird das Logbuch unbrauchbar für die Suche. Zweitens Gesundheitsangaben von Crewmitgliedern. Wer notiert, dass jemand seekrank war oder Medikamente genommen hat, verarbeitet Gesundheitsdaten – und das gehört nicht in ein Dokument, das später mit der Crew oder einem Käufer geteilt wird.
Formulieren für später
Ein Eintrag wird von jemandem gelesen, der nicht dabei war – im Zweifel von dir selbst in zwei Jahren. Deshalb: konkrete Werte statt Adjektive. Nicht „viel Wind“, sondern eine Zahl. Nicht „Motor lief komisch“, sondern was genau anders klang und bei welcher Drehzahl.
In PELARON hat jeder Logbucheintrag Felder für Zeit, Position, Wetter, Motorstunden und Ereignis. Die Position lässt sich per GPS übernehmen, sodass unterwegs nur der eigentliche Inhalt zu tippen ist.
Logbuch öffnenÖffnet die App direkt im passenden Bereich. Ohne Konto nutzbar.