Digitales Bootsmanagement

Was in einen guten Logbucheintrag gehört

Kurz genug, dass man es unterwegs schreibt. Vollständig genug, dass es später etwas nützt

Wissen · Digitales Bootsmanagement

LogbuchPraxisLesezeit 6 Min

Die meisten Logbücher scheitern nicht an fehlender Disziplin, sondern an einem zu hohen Anspruch. Wer jeden Eintrag als kleinen Reisebericht anlegt, hört nach dem dritten Tag auf.

Die Pflichtangaben

Ein Eintrag, der später brauchbar sein soll, enthält vier Dinge: Zeitpunkt, Ort, Zustand und Ereignis. Alles andere ist Zugabe.

AngabeWarum
Datum und UhrzeitOhne Zeitstempel ist ein Eintrag im Nachhinein nicht einzuordnen
PositionGrundlage für Meilennachweis und für die Rekonstruktion nach einem Vorfall
Wind und SeeErklärt später, warum eine Entscheidung getroffen wurde
Kurs und GeschwindigkeitMacht die Fahrt zwischen zwei Punkten nachvollziehbar
MotorstundenDie Bezugsgröße für alle motorseitigen Wartungsintervalle
EreignisDer eigentliche Inhalt – was ist passiert, was wurde entschieden

Wann ein Eintrag entsteht

Sinnvoll sind feste Anlässe statt fester Uhrzeiten. Ablegen und Anlegen, Wachwechsel, Kurswechsel, jede Änderung an der Besegelung, Motor an und aus, jeder Wetterbericht, jede Auffälligkeit an Bord. Auf längeren Schlägen zusätzlich ein Eintrag pro Wache.

Der Eintrag, der am meisten wert ist

Nicht die Position, sondern die Beobachtung: „Kühlwassertemperatur zehn Grad höher als sonst bei gleicher Drehzahl.“ Solche Sätze sind der Grund, warum sich ein Logbuch nach zwei Jahren auszahlt. Sie kosten fünfzehn Sekunden und ersparen später eine Suche im Dunkeln.

Faustregel: Alles, was dich stutzen lässt, gehört hinein – auch und gerade dann, wenn du es nicht erklären kannst.

Was nicht hineingehört

Zwei Dinge sollte man bewusst trennen. Erstens Stimmungsbilder und Reiseerzählung – dafür ist ein Törnbericht der bessere Ort, sonst wird das Logbuch unbrauchbar für die Suche. Zweitens Gesundheitsangaben von Crewmitgliedern. Wer notiert, dass jemand seekrank war oder Medikamente genommen hat, verarbeitet Gesundheitsdaten – und das gehört nicht in ein Dokument, das später mit der Crew oder einem Käufer geteilt wird.

Formulieren für später

Ein Eintrag wird von jemandem gelesen, der nicht dabei war – im Zweifel von dir selbst in zwei Jahren. Deshalb: konkrete Werte statt Adjektive. Nicht „viel Wind“, sondern eine Zahl. Nicht „Motor lief komisch“, sondern was genau anders klang und bei welcher Drehzahl.

Einträge mit fester Struktur

In PELARON hat jeder Logbucheintrag Felder für Zeit, Position, Wetter, Motorstunden und Ereignis. Die Position lässt sich per GPS übernehmen, sodass unterwegs nur der eigentliche Inhalt zu tippen ist.

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