Wissen · Digitales Bootsmanagement
An Bord gibt es zwei Arten von Rollen, die leicht durcheinandergeraten: Verantwortung und Zugriff. Die eine regelt, wer im Ernstfall handelt. Die andere, wer welche Daten sehen und ändern darf.
Verantwortung an Bord
Die Verantwortung für Schiff und Crew liegt beim Schiffsführer. Das ist keine Frage der Absprache, sondern der Rechtslage – und sie lässt sich nicht delegieren, wohl aber verteilen: Wer führt die Wache, wer bedient den Funk, wer ist Ersthelfer, wer kennt die Gasanlage.
Entscheidend ist, dass diese Zuordnung vor dem Ablegen besprochen wird und nicht im Moment, in dem sie gebraucht wird. Eine Rolle, die niemand kennt, existiert nicht.
Zugriff auf Daten
Sobald Borddaten geteilt werden, stellt sich eine zweite Frage: Wer soll was sehen? Ein Mitsegler für zwei Wochen braucht Törnplan, Sicherheitsinformationen und Wachplan – nicht die Versicherungspolice und nicht die Bordkasse.
Sinnvoll sind abgestufte Rollen. Eine übliche Aufteilung:
| Rolle | Typischer Umfang |
|---|---|
| Eigentümer | Alles, einschließlich Rollenvergabe und Zugriffsentzug |
| Skipper | Betrieb, Törns, Logbuch, Sicherheit – ohne Eigentümerrechte |
| Crew | Lesen und eigene Einträge, kein Zugriff auf Verträge |
| Technik oder Werft | Nur der technische Bereich, zeitlich begrenzt |
| Gast | Nur was für den Törn nötig ist |
Der wichtigere Teil der Rollenverwaltung ist nicht das Vergeben, sondern das Entziehen. Ein Mitsegler, dessen Törn vorbei ist, braucht keinen Zugriff mehr. Wer das nicht regelmäßig aufräumt, hat nach drei Saisons ein Dutzend Personen mit Zugang zu Daten, die sie nichts angehen.
Nimm dir vor, nach jedem Törn kurz zu prüfen, wer noch Zugriff hat.
Was mit fremden Daten passiert
Crewangaben sind personenbezogene Daten anderer Menschen. Notfallkontakte, Geburtsdaten, Ausweisnummern für die Crewliste – all das trägt man nicht ein, weil es praktisch ist, sondern nur, wenn die Person einverstanden ist und es einen Grund gibt.
Besondere Vorsicht gilt bei Gesundheitsangaben. Eine Allergie oder eine Dauermedikation kann im Notfall lebenswichtig sein – sie ist zugleich die sensibelste Kategorie personenbezogener Daten. Solche Angaben gehören ausschließlich lokal gespeichert und nicht in eine geteilte Ablage.
In PELARON lädst du Crewmitglieder einzeln ein und vergibst Rollen vom Skipper bis zum Gast. Der Zugriff lässt sich jederzeit entziehen – die Sitzung des betroffenen Geräts endet sofort.
Crew öffnenRollen und Einladungen liegen im Maritimen Cockpit unter Cloud & Sync. Sie setzen ein freiwilliges Cloud-Konto voraus.