Wissen · Digitales Bootsmanagement
Die meisten Anwendungen setzen eine Verbindung voraus und behandeln deren Fehlen als Störung. An Bord ist das Fehlen der Normalzustand.
Was „offline zuerst“ bedeutet
Der Unterschied liegt darin, wo die Daten liegen und wer die Wahrheit besitzt. Bei einer üblichen Anwendung liegen sie auf einem Server; das Gerät zeigt eine Ansicht davon. Ohne Verbindung gibt es nichts zu zeigen.
Bei offline-first liegen die Daten auf dem Gerät. Der Server ist eine Kopie zum Abgleich, kein Fundament. Fällt er weg, ändert sich für den Nutzer nichts – nur der Abgleich pausiert.
Der Preis dieser Bauweise
Die Umkehrung hat eine Folge, die man kennen sollte: Wenn mehrere Geräte unabhängig weiterarbeiten, entstehen unterschiedliche Stände. Sobald wieder Verbindung besteht, muss entschieden werden, welcher gilt.
Bei den meisten Änderungen ist das eindeutig – zwei verschiedene Logbucheinträge sind einfach zwei Einträge. Kritisch wird es, wenn derselbe Datensatz an zwei Stellen unterschiedlich geändert wurde. Dann entsteht ein Konflikt, und ein Mensch muss entscheiden. Eine Software, die das stillschweigend selbst löst, verliert früher oder später Daten.
Wenn Daten vollständig auf dem Gerät liegen, liegen sie eben auch dann dort, wenn das Gerät verloren geht. Fernlöschen ist bei einer offline-fähigen Anwendung technisch nicht möglich – der Zugriff auf die Cloud lässt sich beenden, die lokalen Daten nicht.
Der wirksamste Schutz ist deshalb kein Serverfeature, sondern die Bildschirmsperre deines Geräts.
Was zusätzlich lokal bleiben sollte
Nicht alles, was lokal entsteht, gehört in einen Abgleich. Gerätebezogene Zustände – welche Ansicht zuletzt offen war, wann die App pausiert wurde – erzeugen nur Konflikte ohne Nutzen. Und besonders sensible Inhalte, etwa medizinische Angaben, sollten den Weg in die Cloud gar nicht erst antreten.
Woran man gute Umsetzung erkennt
Drei Fragen helfen bei der Beurteilung jeder Bordsoftware: Funktioniert sie im Flugmodus vollständig, nicht nur eingeschränkt? Zeigt sie ehrlich an, was noch nicht abgeglichen ist? Und lässt sie einen bei einem Konflikt selbst entscheiden, statt still zu überschreiben?
Wer alle drei mit Ja beantworten kann, hat ein System, dem man einen Törn ohne Empfang zutrauen kann.
Unter System & Diagnose zeigt PELARON, ob der Service Worker aktiv ist, wie viel lokal gespeichert ist und ob Daten auf den Abgleich warten. Nichts davon setzt ein Konto voraus.
System & Diagnose öffnenÖffnet die App direkt im passenden Bereich. Ohne Konto nutzbar.