Entwicklungstagebuch, Teil 42 · 17. September 2026, abends
Heute Morgen sah es nach einem kurzen Tag aus. Die Fahrtarten sollten in der Webfassung so heißen wie in der App — unter Segel und Motor heißt Motorsegeln, das ist alles —, dazu die zwei Segelknöpfe. Das war gegen Mittag erledigt und geprüft. Ich hatte noch gefragt, wie viele Dinge wir eigentlich nachziehen müssen, bis die Webfassung den Stand der App hat. Die Antwort war eine Liste, und die Liste war lang.
Dann wollte ich einen Törn beenden, und das ging nicht. Nicht durch Festmachen, nicht über die Törnseite. Ein aktiver Törn, den ich durch Anlegen beenden wollte — und nichts passierte.
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Fünf Versuche für ein und dieselbe Sache
Was danach kam, hat mich zwei Stunden gekostet. Eine Lieferung hat es nicht behoben, die nächste nicht, die übernächste nicht. Jedes Mal ein neuer Grund, jedes Mal eine Vermutung. Ich habe irgendwann geschrieben: Wenn ich sage, dass ein Törn nicht beendet wird, dann rätsel nicht rum, sondern schau nach, messe und prüfe.
Der Grund war am Ende so einfach, dass es weh tut. In der App ist seit letzter Woche geklärt, dass Anlegen keinen Törn beendet — höchstens ein Hinweis, dass er noch läuft. Das steht dort im Quelltext, mit meinem eigenen Satz als Begründung. Statt das nachzulesen, wurde ich gefragt, was im Web einen Törn beenden soll, und auf die Antwort wurde eine Regel gebaut, die es in der App nie gab. Und der Knopf, mit dem man einen Törn wirklich beendet, war die ganze Zeit von einer Datei versteckt, die niemand auf dem Zettel hatte.
Ich habe an dem Punkt gesagt: Baue endlich so wie die App, und alles zusammen, sonst raucht es. Und mit komplett meine ich komplett.
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Was am Gerät nicht zu sehen war
Am Nachmittag kam die große Lieferung — alles, was in der Webfassung noch hinter der App zurücklag, vorher gemessen, was davon überhaupt zutrifft. Ich habe die Prüfliste genommen, bin zum ersten Punkt gegangen, Anker setzen, Regler verstellen — und es passierte nichts. Keine Änderung in der Darstellung, kein Vorgang, keine Vorgangstafel.
Die nächste Lieferung, gut eine Stunde später, dasselbe. Anker gesetzt, kein Logbucheintrag, kein Ring, keine Tafel. Ich habe irgendwann geschrieben, dass ich fast denke, die Ankerwache sei komplett kaputt gebaut, ich sähe nämlich nirgends, ob sie überhaupt aktiv ist. Und dass ich pleite wäre, wenn ich so arbeiten würde.
Es war beides — und keins von beiden.
Beides, weil die Lieferung tatsächlich Fehler hatte, die erst der Prüfstand im echten Browser gefunden hat: Der Regler wirkte, aber auf dem Bildschirm stand nirgends, mit welchem Radius die Wache läuft. Eine Funktion wurde aufgerufen, die es in der Webfassung nie gab. Die Strecke im Bericht war null, weil eine Rechnung falsch gefüttert wurde. Gerechnet wurde richtig, angezeigt wurde nichts — derselbe Fehler, den ich in der App vor zwei Wochen schon einmal hatte.
Keins von beiden, weil mein iPad die ganze Zeit die alte Seite zeigte. Safari hielt sie im Speicher. Neu laden, wie es in jeder Anleitung stand, hat nichts geändert. Erst als ich Safari hart beendet habe, stand da: keine Wache aktiv. Dann Anker fallen gelassen — aktive Wache. Zwei Lieferungen liefen auf meinem Gerät bis dahin nie, und wir haben beide nach Fehlern durchsucht, die dort gar nicht sichtbar sein konnten.
Als sich das auflöste, war ich erleichtert. Trotzdem hätte der Fehler nicht passieren dürfen. Zum Glück bin ich ja der Entwickler und nicht der zahlende Endnutzer — der hätte an dem Punkt die App zugemacht und wäre nicht wiedergekommen. Ab jetzt steht in jeder Anleitung: Safari ganz beenden, und woran man auf dem Bildschirm erkennt, dass die neue Fassung läuft.
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Ist alles anders als in der App
Als die Seite endlich lief, kam der eigentliche Befund. Es gab keinen Anker-auf-Knopf. Der Bericht sah nicht aus wie in der App. Der Logbuchbogen ließ den Luftdruck leer, obwohl das iPad einen Barometer hat. Ich habe geschrieben: Ist alles anders als in der App. Schau doch einfach mal in die App.
Was mir am Web-Ankerbildschirm gefehlt hat, war die Übersichtlichkeit und das Design. In der App steht oben eine Tafel, die sagt, was Sache ist: Keine Wache, läuft, Position unsicher, Alarm. Darunter ein Knopf, der Anker gefallen heißt, und sobald der Punkt gesetzt ist, an derselben Stelle Anker auf. Das steht alles in einer Datei, die man lesen kann. Im Web hieß der Knopf Alarm beenden, und ob die Wache lief, stand in einer grauen Textzeile irgendwo zwischen den Reglern.
Der Bericht der App hat seine Abschnitte in fester Folge — Spur, Kennzahlen, womit gefahren wurde, wo das Schiff lag, Vorkommnisse, Einträge. Der Web-Bericht hatte ein paar Kästen und eine Karte, auf der die Linie zwischen zwei Einträgen durchgezogen war, als wäre jemand den Kurs so gefahren.
Und der Logbuchbogen der App holt sich die Vorhersage für die Position selbst, füllt Bewölkung, Sicht, Seegang und Luftdruck und sagt darunter, was gilt. Den Barometer des iPads bekommt der Browser nicht — das ist die eine Stelle, an der es nicht geht, und das steht jetzt im Bogen, statt dass das Feld einfach leer bleibt.
Ich habe gesagt: Baue jetzt alles zusammen, keine Stückware. Danach hat nichts mehr offen zu sein. Kurz vor halb acht lag die Lieferung da, und die Prüfliste ging durch.
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Was bleibt
Die Webliste ist leer. Zum ersten Mal seit Anfang des Monats steht kein Punkt mehr darin, den die App kann und die Webfassung nicht. Wir haben heute doch noch fast alles geschafft.
Trotzdem war es anstrengend, und heute vor allem nervtötend. Ein Nachmittag lang dieselbe Sache, dann zwei Lieferungen, die auf meinem Gerät nie liefen. Was sich geändert hat, ist nicht das, was ich seit Wochen sage — erst nachsehen, dann bauen. Was sich geändert hat, ist das Messen. Die Prüfläufe bis heute Mittag haben Ausschnitte mit Attrappen geprüft, ihren eigenen Code gegen ihre eigenen Annahmen. Der Prüfstand seit heute Nachmittag lädt die ganze Seite in einen Browser, setzt den Anker, dreht am Regler und schaut nach, was auf dem Bildschirm steht. Dazu Safaris eigene Engine, weil mein iPad kein Chrome ist.
Miss jetzt alles — das habe ich heute geschrieben, als mir der Kragen geplatzt ist. Es ist inzwischen die Regel.
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