Entwicklungstagebuch · Teil 36

Einundzwanzig von einundzwanzig

Entwicklungstagebuch, Teil 36 · 9. September 2026, abends

Entwicklungstagebuch, Teil 36 · 9. September 2026, abends

Neben der hauptberuflichen Arbeit sitze ich täglich noch einmal vier bis fünf Stunden an allem, was PELARON ist; am Wochenende, wenn privat nichts anliegt, deutlich mehr. Heute war es ein langer Tag in kurzen Stücken — morgens, nachmittags, abends —, und am Ende steht eine Zahl, auf die ich seit dem 30. August hingearbeitet habe: Die native App hat einundzwanzig Bereiche, und einundzwanzig sind gebaut.

Die Nachrichten für Seefahrer

Der vorletzte Bereich war das BSH. Die Webfassung hat dort drei Kacheln und einen Knopf, der die amtliche Seite öffnet — bewusst keine Kopie, damit niemand eine veraltete Warnung liest. Die KI hat vorher gemessen, was das BSH anbietet: die Warnnachrichten des Seewarndienstes Emden als laufend aktualisierte Datei je Seegebiet, das wöchentliche Heft als PDF, beides kostenlos unter festen Adressen. Ich habe die zweite Fassung gewählt, wie beim Seewetterbericht: eine Kopie auf dem Gerät, aber mit sichtbarem Alter. Am Ankerplatz ohne Netz ist die Warnnachricht von Freitag mehr wert als ein Knopf, der nicht lädt — solange dabei steht, von wann sie ist.

Beim Auslesen fiel auf, dass der Knopf der Webfassung seit unbekannt wann ins Leere führt: Die Adresse stand in Kleinschreibung, und das BSH antwortet darauf mit 404. Das war der erste Webpunkt für den Abend.

Was am Schreibtisch noch ging

Zwischendurch die kleinen Sachen, die noch auf einer Liste standen. Die Wiedergabe einer Aufzeichnung löst den Alarm aus, schreibt aber nichts ins Logbuch — so soll es sein. Die Punkte der Ankerwache, die vor einer Woche mit einer fehlerhaften Zeitquelle geprüft worden waren, sind mit der richtigen nachgefahren. Und mit dem Mac als Gateway ließ sich prüfen, was bisher aufs Boot gewartet hatte: Startet eine Wiedergabe, wird die echte Verbindung getrennt. Nur kam sie danach nicht von selbst zurück — die Bootsprüfliste versprach das seit zwei Wochen, und der Code tat es nicht. Eine Zeile.

Beim Prüfen dieser Zeile lag der Fehler dann bei der KI: Ihr Ersatz für das Gateway nahm nach dem Trennen keine neue Verbindung mehr an, und die App klopfte einunddreißigmal an, ohne dass jemand hörte. Die Prüfliste hatte behauptet, der Ersatz könne das. Dieselbe Sorte Fehler wie gestern bei den elf Zeilen: etwas versprochen, was nicht durchgespielt war. Mit einem richtigen Prüfgateway ging es dann.

Und eine Frage, die mir wegen Freitag kam: Wie bekomme ich alle Daten aus der App wieder heraus? Der Törn soll mit leerem Bordbuch beginnen, nicht mit den Prüfeinträgen der letzten Wochen. Jetzt gibt es unter System zwei Stufen — nur das Bordbuch, oder alles. Was geht und was bleibt, steht vor dem Knopf, gezählt und nicht geschätzt; die Stammdaten bleiben, die Sicherungen sowieso.

Der Assistent

Der letzte Bereich. In der Webfassung ist der Assistent bewusst kein Sprachmodell: eine Wortsuche über die Stellen der App und die Artikel auf pelaron.de, und wo nichts passt, sagt er das. Die KI hat das Verfahren Regel für Regel nachgebaut und die Erwartungswerte aus dem Web nachgerechnet, mit einer Nachbildung der Rechnung, bevor eine Zeile Swift stand.

Aber das ist nicht, was ich am Ende will. Dies soll eine Art KI sein, die dem Nutzer bei Fragen zur Verfügung steht, auch mit Wissen aus dem Netz. Ich könnte selbst, unbewusst, Fehler in der Wissensdatenbank angelegt haben — und dann vertraue ich doch der Schwarmintelligenz des Internets. Die KI der App soll intelligent und allumfassend sein. Ein Modell auf dem Gerät allein, wie Apple es seit iPadOS 26 anbietet, hätte das Netz nicht; als Stufe ohne Netz darf es dabei sein, mit einem Hinweis auf Geräten, die es nicht können — und den Grund dafür meldet das System selbst. Sprachein- und -ausgabe will ich nicht. Der Anbieter ist Claude, über einen Dienst auf pelaron.de, damit kein Schlüssel in der App liegt.

Weil die App nicht nur für mich ist, sondern verkauft werden soll, ging es dann um Geld. Eine Frage mit Netzsuche kostet nach Preisliste etwa drei Cent. Die KI hat mir fünf Preismodelle nebeneinandergelegt, vom Kontingent im Kaufpreis bis zum eigenen Schlüssel des Käufers. Ich habe den Vorschlag angenommen: ein kleines Freikontingent, darüber ein Abo — und als ersten Schritt nur das Kontingent, damit wir sehen, wie viel wirklich gefragt wird, bevor Preise feststehen. Gebaut ist davon nichts; die Wortsuche ist der Boden, auf dem es steht.

Fünf Fehler, die kein Prüfer sah

Der erste Lauf des Assistenten brach ab. Zwei Zeichenketten in den Prüffällen waren mit dem falschen Anführungszeichen geschlossen, und dreimal hieß eine Konstante wie die Funktion, die sie füllt — das liest sich natürlich und übersetzt nicht. Beide Prüfer hatten „keine Befunde" gesagt. Der App-Prüfer kannte die Regel für die Anführungszeichen seit dem 30. August, der Kern-Prüfer nicht, und die Prüffälle sind voller deutscher Sätze. Jetzt kennen beide beide Regeln, und auf den alten Dateien finden sie genau die fünf Stellen und sonst nichts. Ich baue nicht, bis die Fehler weg sind; das habe ich so gesagt, und das galt auch heute.

Der falsche Ordner

Abends die Webfassung. Der BSH-Link war eine Zeile und zwei Buchstaben. Ich habe die beiden Dateien hochgeladen, gemessen — und der Server zeigte den alten Stand. Noch einmal gemessen, wieder alt. Dann sah ich es: Ich hatte den falschen Ordner gewählt. Die Startseite der App lag im Ordner von pelaron.de, und wer in dieser Viertelstunde die Website aufrief, bekam die App.

Ich war einfach zu schnell und zu unkonzentriert. Die Wiederherstellung bei IONOS hatte ich schon einmal benutzt, und nach einer kurzen Frage an die IONOS-KI war das kein Problem: die Startseite aus der Sicherung von gestern Abend zurück, die fremde Datei gelöscht. Die KI hatte derweil nach einer Kopie gesucht und keine gefunden — und mir dann einen Sollwert aus dem Heft vom 27. August genannt, der nicht mehr stimmte. Die Sicherung war der letzte Stand; die Aufzeichnung im Heft war es nicht. Das ist die Regel, die sie selbst seit dem 22. August aufschreibt.

Ihr eigener Anteil an dem Abend: Die Lieferung hatte keine LIESMICH mit der Zeile, wohin sie gehört. Diese Zeile gibt es seit dem Fehlupload vom 27. August genau für diesen Fall. Seit heute Abend steht sie wieder auf jeder Lieferung, als erste Zeile.

Die Webfassung zieht nach

Danach ging es durch: Der Assistent der Webfassung kennt jetzt die zwei Artikel, die seit dem 30. August auf pelaron.de stehen, und zehn Füllwörter aus der nativen App — vorher fand „Wie funktioniert die Zwölferregel?" zuerst den Seenotruf, weil „funktioniert" in dessen Titel steht. „Ankern" im Logbuch schreibt nichts mehr, sondern führt zur Ankerwache, und „Anker auf" beendet sie — das, was ich gestern für die native App entschieden habe, gilt jetzt auch im Browser. Drei Dialoge, die ohne Innenabstand an der Kante klebten, haben ihn. Und die Wetterangaben stehen an den Logzeilen, der letzte offene Schritt einer Liste vom 3. September.

Was bleibt

Spät am Abend war das iPad wieder frei, und die dreizehn Schritte des Assistenten gingen durch: die Beispiele, das Springen in den Bereich, der Verlauf, der nach dem Neustart noch da ist, die Frage, zu der er nichts weiß und das auch sagt. Einundzwanzig von einundzwanzig — gebaut und geprüft. Jeder Bereich der Webfassung hat jetzt sein Gegenstück auf dem iPad; was noch fehlt, ist das, was die Webfassung selbst nicht hat, und das ist für später.

Vor Freitag wird das Bordbuch geleert, und der Törn beginnt mit einem leeren Logbuch.

Morgen Nachmittag fahre ich wieder aufs Boot. Ich bin tierisch gespannt, ob das Empfangen der Daten aus dem Netzwerk gelingt und reibungslos verläuft — oder ob noch Umbauten an der App nötig sind.

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