Entwicklungstagebuch, Teil 45 · 17. Oktober 2026, abends
Eigentlich sollte heute nur die Gesamtausgabe auf den Stand von Teil 44 gebracht werden. Daraus wurde der Tag, an dem herauskam, dass ein ganzer Teil dieses Tagebuchs verschwunden war — ohne dass es je jemand gemerkt hat.
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Das eigene Werkzeug
Die Gesamtausgabe — alle Teile dieses Tagebuchs als ein Buch zum Herunterladen — sollte diesmal nicht als Einzelstück entstehen, sondern aus einem Werkzeug: ein Setzer, der Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, alle Teile und die Chronikblätter aus den Quellen setzt, und dazu vier Prüfer, die nichts gestalten, sondern lesen. Wort für Wort: die Quellen gegen die alte Ausgabe, den neuen Satz gegen die Quellen, die fertige Datei gegen ihr eigenes Inhaltsverzeichnis. Jedes Chronikblatt muss auf genau ein Blatt passen, sonst bricht der Bau ab.
Und dann der Befund. In den Quellen, aus denen gesetzt wird, fehlte Teil 26 vollständig — ausgerechnet der mit Svenner, meinem iPhone. In Teil 30 fehlte ein Absatz. Beides stand noch in der alten Ausgabe; von dort wurde es Wort für Wort zurückgeholt, die Seiten dafür einzeln angesehen. Ohne die Prüfer wäre die neue Ausgabe ohne beides erschienen, und wieder hätte es niemand gemerkt. Mist — aber wenigstens wurde es festgestellt, und so konnte der Fehler behoben und der fehlende Teil nachgezogen werden.
Umgekehrt hatte auch die alte Ausgabe ihre Macken: Drei Zeichen, die ihre Schrift nicht kannte, standen dort als Fragezeichen im Text — ein Pfeil, ein griechisches Wort, ein Minus. Der neue Satz kann sie. Erst beide zusammen, die alten Seiten und die Quellen, ergaben die vollständige Ausgabe: 173 Blätter, Teile 1 bis 44, seit heute auf pelaron.de. Werkzeug und Quellen sind jetzt so abgelegt, dass sich die Ausgabe jederzeit neu setzen lässt — beim nächsten Teil ist das kein Projekt mehr, sondern ein Handgriff.
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Die Bootsakte fährt mit
Gestern Abend endete Teil 44 mit dem Satz, dass die App nichts mehr verspricht, was sie nicht hält. Heute kam das letzte Stück der Sicherungs-Baustelle dazu. Die Dokumentablage — die eingescannten Papiere des Bootes, die Bootsakte — ging bisher nicht mit in die Sicherung. Wer die App neu aufsetzte, hatte das Logbuch wieder, aber die Akte nicht.
Jetzt fahren die Dokumente mit. Auf dem Sicherungsbogen steht neu eine Tafel „Was in die Sicherung geht", mit einem Schalter für die Dokumente und der gemessenen Größe daneben — man sieht vorher, wie groß die Datei wird, und wer nur das Logbuch sichern will, schaltet die Dokumente ab. Die App merkt sich die Stellung.
Dazu eine Ehrlichkeit im Kleinen: Die Sicherungsdatei trägt jetzt die Formatfassung 4. Eine ältere App, die so eine Datei öffnet, sagt deshalb „erst die App aktualisieren" — vorher hätte sie fälschlich behauptet, die Datei sei präpariert oder kaputt. Eine Sicherung, der man zu Unrecht misstraut, ist fast so schlimm wie keine.
Der Kern stand am Abend bei 1649 Prüffällen, null Fehlschlägen. Die Sicherungs-Baustelle ist damit zu.
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Ein Schlüssel, der nicht mehr abläuft
Zum Schluss eine Mail von Anthropic: Der API-Schlüssel des Assistenten laufe am 10. Oktober ab. Da war der 10. Oktober längst vorbei. Die Probe am Terminal zeigte, was das heißt — der Assistent in der App bekam auf jede Frage ins Netz nur noch „Das Sprachmodell hat die Frage nicht beantwortet". Das sieht aus wie ein Serverproblem und ist keines; genau davor hatte die Erinnerungsnotiz vom 5. Oktober gewarnt, bis hin zum Wortlaut der Meldung.
Der neue Schlüssel kam diesmal nach einer Anleitung in einfacher Sprache, zwei Blätter, vier Teile: anlegen — diesmal mit Ablauf „Nie" —, in die eine Datei auf dem Server einfügen, messen, und erst nach der gelungenen Messung den alten löschen. Der Schlüssel selbst wird dabei nur kopiert und eingefügt; er gehört in genau diese eine Datei und sonst nirgendwohin — nicht in einen Chat, nicht auf ein Foto. Genauso hatte ich mir das vorgestellt: So wäre das auch für Laien kein Problem gewesen. An die Schritte vom September konnte ich mich schlicht nicht mehr erinnern — zwischendurch haben Hardware und Software einfach zu viele Gedanken gekostet.
Die Probefrage kam beim ersten Versuch zurück, mit genau einem Wort: Moin. Und weil der neue Schlüssel nicht abläuft, kommt auch diese Mail nie wieder.
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Was bleibt
Zwischendurch noch der Blick in die Search Console: 14 Seiten von pelaron.de stehen im Google-Index, 80 weitere kennt Google und hat sie in der Warteschlange, echte Fehler: keine. Das braucht keine Reparatur, nur Geduld — im November sehe ich wieder nach.
Der Kern steht bei 1649 Prüffällen. Die Sicherung nimmt jetzt alles mit, was an Bord zählt — das Logbuch, die verschlossene Hülle, die Bootsakte. Die Gesamtausgabe ist zum ersten Mal nachweislich vollständig, und das Werkzeug dafür gehört zum Projekt. Der Assistent antwortet wieder, mit einem Schlüssel ohne Ablaufdatum.
Die komplexeste App im deutschsprachigen Raum wird immer besser.
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