Entwicklungstagebuch · Teil 46

Auf der Zielgeraden

Entwicklungstagebuch, Teil 46 · 18. bis 20. Oktober 2026

Entwicklungstagebuch, Teil 46 · 18. bis 20. Oktober 2026

Drei Tage, an denen kaum etwas Neues dazukam und trotzdem viel passiert ist. Die native App und die Webfassung sprechen jetzt dieselbe Sprache — bis hinunter zum Komma. Und die Bordsteuerung bekommt zum ersten Mal ein Schaufenster, bevor es sie zu kaufen gibt.

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Die Position, die sich nicht bewegt

Am Sonntag kam ein Befund aus den Aufzeichnungen der beiden Ankernächte im September. Die Position des iPads hatte sich stundenlang um keine zehn Zentimeter bewegt — während das Bordnetz in derselben Zeit zeigte, wie die Bluebaerry über mehrere Meter schwojte. iOS lieferte die alte Position immer wieder, mit frischer Uhrzeit und bester Genauigkeit. Vermutlich hielt es das ruhende iPad für ein Gerät, das keine neue Position braucht — gemessen ist das nicht, aber die Aufzeichnung lässt kaum einen anderen Schluss zu.

Für eine Ankerwache ist das gefährlich, gerade weil es so gut aussieht. Ein slippender Anker wäre erst aufgefallen, wenn iOS die Position wieder freigibt. Jetzt setzt die Wache den Anker bevorzugt mit dem Bordnetz, wenn es verbunden ist — die feste Antenne misst laufend. Steht die Position zehn Minuten still, während die andere Quelle lebt, wechselt die Wache von selbst und schreibt es in die Vorgänge. Und wer nachts nur das iPad hat, bekommt einen gelben Hinweis statt eines falschen Gefühls von Sicherheit. Ob iOS die Position freigibt, wenn das Boot sich wirklich bewegt, zeigt erst die nächste Nacht vor Anker. Das steht jetzt in der Bootsprüfliste.

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Was niemand kopieren soll

Am selben Tag kam die neue Fassung der Hardware-Dokumentation auf pelaron.de, aus dem Hardware-Projekt nebenan. Die alte zeigte noch Ausschnitte aus Schaltplan und Leiterplatte. Mir geht es darum, dass niemand anhand der Bilder den Schaltplan kopieren kann — er gehört uns. Die neue Fassung ist deutlich länger, und jede Seite wurde vor dem Hochladen angesehen: kein Schaltplan, keine Leiterplatte, kein Bestückungsplan.

Die Seite zur Bordsteuerung wurde danach mit dem Tagebuch der Hardware abgeglichen, Zeile für Zeile. Die Verkaufsfassung steht dort jetzt als erklärtes Ziel — ohne Termin, ohne Preis, ohne Vorbestellung. Und ein Wort wurde gerade gezogen: Es heißt Bilgenpumpe, nicht Lenzpumpe. Wer die Seite liest, soll nicht über zwei Wörter für dieselbe Pumpe stolpern.

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Null Komma eins Stunden

Am späten Nachmittag ein Bildschirmfoto vom Nachtlauf, und darauf ein Satz, der alles enthielt, was an einer Zahl falsch sein kann: „Meldungen über 0.1 Stunden“. Ein Punkt, wo ein Komma hingehört, und eine Einheit, in der so niemand redet.

Der Punkt war schnell gefunden — und dann an vielen weiteren Stellen. Dort setzte die App ihre Zahlen auf eine Weise zusammen, die immer einen Punkt liefert, am Mac wie auf dem iPad. Ein Prüffall hatte den Fehler sogar festgeschrieben, statt ihn zu finden. Jetzt steht überall ein Komma, außer bei Koordinaten und in der CSV-Ausfuhr, wo der Punkt hingehört.

Bei der Einheit habe ich entschieden: unter einer Stunde Minuten, darüber Stunden und Minuten. Nicht „1,2 Stunden“ — das empfand ich einfach als nicht schön, und ich will so etwas ja auch nicht erst in Stunden und Minuten umrechnen müssen. Danach habe ich gesagt: überall, wo es geht, derselbe Stil. Im Törnbericht, in der Planung, bei Unterbrechungen der Aufzeichnung, in der Luftdrucktendenz, in der Meldung, wenn die Ankerwache keine Position mehr bekommt. Nur die Motorstunden bleiben, wie sie sind: Sie werden mit dem Zähler am Motor verglichen, und der zählt in Dezimalstunden.

Ein kleiner Stolperer gehörte dazu. Die neuen Prüffälle ließen sich beim ersten Lauf nicht übersetzen, weil eine Zahlenreihe falsch geschrieben war. Die zweite Fassung lief durch, und am Abend stand der Kern grün da.

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Die Webfassung zieht nach

Am Montag war die Webfassung dran — sie soll nicht hinter der nativen App zurückbleiben. Dafür wurde der Stand vom Server geholt, alle Dateien, und jede Stelle gelesen, an der eine Zahl oder eine Dauer auf den Schirm kommt. Das Ergebnis war besser als befürchtet: Fast überall setzte die Webfassung das Komma schon richtig. Übrig blieben ein paar Dauern in Dezimalstunden und eine Handvoll Zahlen mit Punkt.

Beim Alter der Position gab es eine Wahl: ganze Stunden wie in der nativen App, oder Stunden und Minuten. Ich habe gesagt: genau wie nativ. Die Schreibweisen stehen jetzt an einer einzigen Stelle, und alle Teile der Webfassung holen sie sich von dort.

Nebenbei fielen zwei kleine Fehler auf, die mit der Sache nichts zu tun hatten: In der Ankerwache standen „seit“ und „vor“ direkt hintereinander, und beim Seewetter stand „Tagen“ auch bei einem einzigen Tag. Beide sind weg.

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Ein Schaufenster für die Bordsteuerung

Am Montagabend die Frage, ob die Webfassung die Steuerung für die Platine braucht. Für den direkten Weg nicht — ein Browser kann keine Verbindung zu einer Platine im Boots-WLAN aufbauen, das geht nur aus der nativen App. Aber für den Verkauf habe ich es mir gemerkt: Wer die Platine kauft, soll später nicht zwingend ein iPad brauchen.

Und dann der eigentliche Punkt. Das Ziel ist der Verkauf von Hardware und Software — und mit irgendwas muss man potenzielle Käufer ja auch davon überzeugen. Bisher stand in der Webfassung genau ein Satz dazu, versteckt im Bereich Bordnetz. Jetzt hat die Bordsteuerung dort eine eigene Seite. Oben steht die Bordsteuerung so, wie sie in der nativen App aussieht, mit Beispielwerten und einem Wasserzeichen „Vorschau“ — nichts darauf lässt sich anklicken, nichts tut so, als gäbe es eine Verbindung. Darunter steht, was sie kann und was außen bleibt, und ein Knopf, mit dem man sein Interesse vormerken kann. Auf der Bordzentrale weist eine Zeile darauf hin, die sich ausblenden lässt.

Der Entwurf kam zuerst, als Bilder auf Blättern. Gebaut wurde erst am Dienstag, nach meinem „so wird es gemacht“ — und gebaut sieht es genauso aus wie auf den Blättern, bis aufs letzte Pixel.

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Was bleibt

Für mich war das Wichtigste an diesen drei Tagen: Die native App und die Webfassung sind beide auf der Zielgeraden. Sie rechnen gleich, sie schreiben gleich, und sie sagen dasselbe in denselben Worten.

Der Kern steht bei 1696 Prüffällen, ohne einen Fehlschlag. Die Bootsprüfliste ist wieder fortgeschrieben, mit allem, was nur am Boot zu sehen ist. Und die Bordsteuerung hat ihr Schaufenster, bevor die Platine an Bord ist.

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PELARON entsteht an Bord der Bluebaerry und am Schreibtisch in Erfurt. Fragen, Widerspruch und Fehlermeldungen sind willkommen.